Die jüngste Flut von Ankündigungen und Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union hat erhebliche Unsicherheit in die transatlantischen Handelsbeziehungen gebracht.
Was mit der Drohung, hohe Zölle auf EU-Waren zu erheben, begann, eskalierte rasch, nur um nach hochrangigen Gesprächen vorübergehend verschoben zu werden. Die von Präsident Donald Trump vorgeschlagenen 50-prozentigen Zölle auf europäische Importe, die ursprünglich am 1. Juni in Kraft treten sollten, nun aber auf den 9. Juli verschoben wurden, unterstreichen die Instabilität des internationalen Handels unter der aktuellen Führung.
Die abrupten politischen Kurswechsel haben Branchen beiderseits des Atlantiks gezwungen, ihre Strategien anzupassen. Besonders gefährdet ist der Weinsektor, ein Eckpfeiler der europäischen Exporte in die USA. Italienische Weinproduzenten, die einen beträchtlichen Anteil von 24 % an allen EU-Weinexporten nach Amerika ausmachen, sehen sich aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten im Zollbereich mit erheblichen Beeinträchtigungen ihrer Planung und Investitionen konfrontiert.
Micaela Pallini, Vertreterin von Federvini, betont die dringende Notwendigkeit eines ausgewogenen Dialogs zwischen europäischen und US-amerikanischen Behörden, um produktive, auf Qualität und Transparenz basierende Geschäftsbeziehungen zu sichern. „In Zeiten globaler Instabilität“, erklärt sie, „ist die Wahrung der Integrität des internationalen Handels von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Stärke unserer Industrien.“
Lamberto Frescobaldi von der Unione Italiana Vini (UIV) teilt diese Bedenken und hebt die unmittelbaren Auswirkungen auf Investitionspläne hervor, die auf den lukrativen US-Markt abzielen. „Die drohende Verbrauchssteuer von 50 Prozent“, warnt er, „sabotiert effektiv jahrelanges strategisches Wachstum und die Marktentwicklung.“
Gleichzeitig betonen Stimmen aus den USA, wie etwa die US Wine Trade Alliance (USWTA), die negativen Folgen solcher Zölle für amerikanische Unternehmen und Verbraucher. Sie unterstreichen das Potenzial für schwerwiegende wirtschaftliche Einbußen und fordern die Fortsetzung der Verhandlungen, um ein ihrer Ansicht nach schädliches Handelsembargo zu verhindern.
Während EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič Gespräche mit seinen US-amerikanischen Amtskollegen führt, besteht weiterhin die Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung, die die Stabilität des transatlantischen Handels sichert. Doch mit jedem verstreichenden Stichtag und jeder verstrichenen Verhandlung wächst die Angst vor weiteren wirtschaftlichen Turbulenzen über den Branchen, die auf einen reibungslosen internationalen Handel angewiesen sind.
Quelle: WineNews