Laut dem jüngsten Bericht des spanischen Weinmarkt-Observatoriums (OEMV) war das Jahr des spanischen Schaumweins von Gegensätzen geprägt.
Während die weltweiten Exporte dieser Weine einen leichten Rückgang verzeichneten, gibt es in bestimmten Segmenten und Märkten optimistische Anzeichen.
Dieses durch Schwankungen bei Volumen, Wert und Durchschnittspreis gekennzeichnete Marktumfeld spiegelt eine Branche wider, die sich kontinuierlich an veränderte globale Geschmäcker, Vorlieben und wirtschaftliche Bedingungen anpasst.
Die Exportzahlen für spanischen Wein im Jahr 2023 geben Aufschluss über die übergreifenden Trends der Branche. Trotz eines allgemeinen Rückgangs von 3,2 % beim Wert und 4,1 % beim Volumen auf 2.905,9 Millionen Euro bzw. 2.026 Millionen Liter lassen sich subtile Unterschiede feststellen, die einer näheren Betrachtung bedürfen, insbesondere im Bereich der Schaumweine, allen voran Cava.
Auf den ersten Blick mögen die Zahlen für den spanischen Weinsektor besorgniserregend erscheinen. Doch hinter diesen Zahlen verbirgt sich eine komplexe Marktdynamik und die Chance, sich auf höhere Qualität und Wertigkeit auszurichten. Konkret verzeichneten spanische Schaumweine einen leichten Wertrückgang von 0,9 % auf insgesamt 502,3 Millionen Euro und einen Mengenrückgang von 5 % auf 169,5 Millionen Liter im internationalen Absatz. Trotzdem stieg der Durchschnittspreis um 4,3 % auf 2,96 Euro pro Liter, was ein Bekenntnis zu Qualität und potenzieller Neubewertung auf den Weltmärkten signalisiert.
Im Segment der Schaumweine sah sich Cava, der führende spanische Schaumwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DO), Herausforderungen gegenüber und verzeichnete einen Wertrückgang von 1,6 % sowie einen Mengenrückgang von 6,6 %. Dies führte zu einem Umsatz von 397,6 Millionen Euro und einem Exportvolumen von 134,8 Millionen Litern. Trotz der rückläufigen Absatz- und Wertmengen konnte Cava einen Anstieg des Durchschnittspreises um 5,4 % verzeichnen, was auf eine wachsende Anerkennung seiner Qualität und seines Mehrwerts hindeutet und somit ein positives Signal für seine langfristige Positionierung ist.
Im Gegensatz dazu schlossen andere spanische Schaumweine das Jahr positiver ab, mit einem Wertzuwachs von 1,7 % und einem Mengenzuwachs von 1,8 %, was einem Umsatz von 104,7 Millionen Euro aus 34,7 Millionen Litern entspricht. Dieses moderate Wachstum unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der Branche, die trotz Herausforderungen Chancen erkennt.
Die Analyse der Exportmärkte zeigt, dass die USA trotz eines Wertrückgangs von 6,8 % weiterhin der Hauptabnehmer spanischer Schaumweine sind. Deutschland verzeichnete einen Wertzuwachs von 4,8 %, während Belgien einen leichten Rückgang hinnehmen musste. Diese Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung einer Diversifizierung der Exportmärkte, um Abhängigkeitsrisiken zu minimieren.
Interessanterweise verzeichneten aufstrebende Märkte wie Großbritannien, Brasilien und Polen ein deutliches Wachstum im Absatz spanischer Schaumweine, was auf veränderte Verbraucherpräferenzen und eine veränderte Marktdynamik hindeutet. Diese Entwicklung läutet eine neue Phase für spanische Exporteure ein und unterstreicht die Notwendigkeit, die Qualität zu wahren und sich gleichzeitig an die sich wandelnden globalen Anforderungen anzupassen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bewältigung von Marktschwankungen bei gleichzeitiger Priorisierung von Qualität entscheidend für die Zukunft spanischer Schaumweine sein wird. Die Anpassungs- und Innovationsfähigkeit der Branche unterstreicht ihren vielversprechenden Kurs auf dem internationalen Markt, vorausgesetzt, sie reagiert weiterhin geschickt auf globale Trends und Verbrauchererwartungen.
Quelle: Vinetur