Die georgische Regierung hat neue Vorschriften verabschiedet, die vorschreiben, dass Weinproduzenten eine staatliche Lizenz einholen müssen, bevor sie kommerzielle Weinberge anlegen.
Ab dem 1. Mai gilt das Gesetz nur für neue Weinberge, während bestehende Weinberge unberührt bleiben. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Anstrengung, die Qualität der Weinberge zu verbessern und die langfristige Nachhaltigkeit des georgischen Weinsektors zu gewährleisten.
Die georgische Nationale Weinagentur wird für die Erteilung der Lizenzen zuständig sein. Ihr Präsident, Levan Mekhuzla, erklärte, dass die Vorschriften darauf abzielen, ordnungsgemäße landwirtschaftliche Praktiken, Sortenreinheit und geeignete Anbautechniken zu gewährleisten. Mekhuzla betonte die Bedeutung der Bodenqualität und der Lage des Weinbergs, Faktoren, die den Endwein erheblich beeinflussen. Ähnliche Regulierungsrahmen seien in europäischen Weinbauländern üblich, stellte er fest und hob hervor, dass der globale Ruf des georgischen Weins stark von den Weinbergstandards abhänge.
Während die Regierung das neue Lizenzierungssystem als Schritt zur Qualitätsverbesserung darstellt, hat es bei Branchenverbänden und Kleinproduzenten Bedenken ausgelöst. Transparency International-Georgien warnte, dass die Verschiebung der Nationalen Weinagentur von einer Aufsichtsrolle zu einer, die den Marktzugang kontrolliert, Risiken von Korruption, selektiver Durchsetzung und Schikanen kleinerer Weingüter schaffen könnte. Die NGO warnte auch davor, dass international anerkannte georgische Weine oft von Kleinproduzenten stammen, die von den neuen Regeln unverhältnismäßig stark betroffen sein könnten.
Die Gesetzgebung gilt ausschließlich für kommerzielle Weinanbauer. Privatpersonen dürfen weiterhin Reben für den persönlichen Gebrauch pflanzen, aber ohne staatliche Lizenz dürfen sie keine Trauben oder Wein verkaufen. In Kachetien, Georgiens renommierter Weinregion, räumte der Produzent Georgij Gvardzelašvili, der 5.000 Hektar bewirtschaftet und in neun Länder exportiert, ein, dass angemessene Vorschriften die georgische Weinindustrie auf das Niveau Frankreichs oder Italiens heben könnten. Dennoch befürchtet er, dass bürokratische Hürden kleine Produzenten behindern könnten, und forderte den Staat auf, gezielte Unterstützung zu leisten.
Die Nationale Weinagentur vertritt die Auffassung, dass das Lizenzierungssystem allen Produzenten helfen wird, technische Standards einzuhalten, Sorten zu zertifizieren und optimale Weinbergstandorte auszuwählen. Der stellvertretende Landwirtschaftsminister Zurab Ezugbaja nannte Frankreich als Beispiel für ein Land mit strengen Weinbergvorschriften, einschließlich Beschränkungen der Rebenzahl und Quoten pro Gebiet.
Einige kleine Winzer, wie Aleko Sardanašvili in Chwantschkara, äußerten Bedenken, dass die Anforderung staatlicher Genehmigungen unnötige Einschränkungen mit sich bringt. Sardanašvili argumentierte, dass Landwirte ihre Produkte verkaufen können sollten, wenn sie angemessene Kriterien erfüllen und gleichzeitig die Subventions- und Regulierungsvorschriften einhalten.
Die Änderungen des Reben- und Weingesetzes wurden erstmals am 18. Februar 2026 genehmigt und anschließend vom georgischen Parlament ratifiziert, was eine neue Regulierungsära für den Weinsektor des Landes einläutet.
Quelle: Vinetur