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Französische Cognac-Industrie in der Krise, fordert gezielte EU-Entschädigung

Der französische Cognac-Sektor befindet sich in einer schweren Krise, da die Exporte sinken und die Einnahmen stark zurückgehen.

Auf der Wine Paris am 9. Februar 2026 stellte Florent Morillon, Präsident des Bureau National Interprofessionnel de Cognac (BNIC), einen Antrag auf 40 Millionen Euro an europäischen Fördermitteln vor, um die Rodung von 3.500 bis 4.000 Hektar betroffener Weinberge zu unterstützen.

Die Prognosen für 2025 gehen von einem Rückgang der Exporte auf 141 Millionen Flaschen und einem Umsatz von 2,24 Milliarden Euro aus – ein Rückgang von 15 % beim Volumen und 25 % beim Wert im Vergleich zu 2024. Diese Verluste bringen die Branche auf ein Niveau zurück, das seit 2010 nicht mehr erreicht wurde.

Zwei Hauptfaktoren treiben diesen Abschwung an: der sinkende weltweite Konsum von Wein und Spirituosen sowie eine chinesische Antidumpinguntersuchung gegen französischen Cognac. Diese Untersuchung, die als Reaktion auf EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge eingeleitet wurde, hat den Handel der Branche massiv beeinträchtigt.

Morillon betonte die weitreichenden Folgen solcher geopolitischer Spannungen für die europäische Landwirtschaft und argumentierte, dass ein Ausgleich notwendig sei, wenn EU-Entscheidungen unbeabsichtigt bestimmte Branchen schädigten. „Cognac und Armagnac dürfen nicht aufgrund von Maßnahmen zum Schutz anderer Sektoren als Geisel genommen werden“, sagte er.

Präsident Macron erkannte den durch die chinesischen Ermittlungen entstandenen Schaden von 500 Millionen Euro an, und die Regierung unterstützt den Antrag, den Fall nach Brüssel zu verlegen. Die beantragten 40 Millionen Euro sollen die dauerhafte Rodung von Rebstöcken zu 10.000 Euro pro Hektar finanzieren, unabhängig von allgemeinen Hilfen für den Weinsektor oder Notfallmaßnahmen zur Destillation.

Die Verantwortlichen des BNIC betonten die Wichtigkeit gezielter Hilfen für dauerhaft betroffene Gebiete und grenzten diese von allgemeineren wirtschaftlichen Herausforderungen ab. Erfolgreiche Entschädigungszahlungen könnten als Modell für den Schutz anderer Agrarsektoren vor internationalen Handelskonflikten in der Zukunft dienen.

Quelle: VinoVistara

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