Diageo veröffentlichte seine Halbjahresfinanzergebnisse für die sechs Monate bis zum 31. Dezember 2025, die angesichts regionaler Unterschiede und laufender strategischer Neuausrichtungen eine verhaltene Ertragsentwicklung aufwiesen.
Die Ergebnisse spiegeln den Hintergrund einer schwächeren Verbrauchernachfrage in wichtigen Märkten wider, die jedoch durch eine stärkere Aktivität in anderen Märkten ausgeglichen wird, da das Unternehmen unter seiner neuen Führung mit der Umsetzung seiner Prioritäten beginnt.
Finanzielle Leistung
Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026:
- Der ausgewiesene Nettoumsatz erreichte 10,46 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 4,0 % gegenüber dem Vorjahr.
- Der organische Nettoumsatz ging um 2,8 % zurück, was auf geringere Absatzmengen und Preis-/Mixdruck zurückzuführen ist.
- Der operative Gewinn sank um 1,2 % auf 3,12 Milliarden US-Dollar, die operative Marge betrug 29,8 %.
- Der Nettogewinn stieg leicht auf 2,11 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn je Aktie um 3,0 % auf 89,7 Cent zunahm.
- Der freie Cashflow blieb mit 1,53 Milliarden US-Dollar solide, lag aber unter dem Vorjahreswert.
Die Zahlen verdeutlichen die Widerstandsfähigkeit der Profitabilität trotz schwächerer Umsatzentwicklung.
Regionale Leistung
Die Ergebnisse variierten regional erheblich:
- Europa, Lateinamerika & Karibik und Afrika verzeichneten ein starkes Wachstum.
- In Nordamerika war der Druck spürbar, was auf zurückhaltende Konsumausgaben und eine schwächere Nachfrage nach Spirituosen zurückzuführen ist.
- Der asiatisch-pazifische Raum war von der anhaltenden Schwäche der chinesischen Spirituosenpreise betroffen.
Ohne Berücksichtigung der Auswirkungen chinesischer weißer Spirituosen zeigte die zugrunde liegende Performance eine größere Stabilität mit sich verbessernden Mengentrends und weitgehend neutralen Preis-/Mix-Effekten.
Dividendenanpassung und Kapitalallokation
Unter der Führung von CEO Sir Dave Lewis kündigte Diageo eine Senkung der Zwischendividende auf 20 Cent je Aktie an. Das Unternehmen führte eine überarbeitete Ausschüttungspolitik ein, die eine Dividende von 30–50 % des Gewinns vorsieht, mit einer jährlichen Mindestausschüttung von 50 Cent je Aktie.
Die Gruppe setzt ihr Kosteneffizienzprogramm „Accelerate“ fort, das darauf abzielt, die Leistungsfähigkeit der Lieferkette, die Effektivität des Marketings und die Disziplin bei den Gemeinkosten zu stärken.
In einer bedeutenden Portfolio-Transaktion verkaufte Diageo seine Anteile an East African Breweries plc an die Asahi Group Holdings, Ltd. und erzielte damit einen Nettoerlös von rund 2,3 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion stärkt die finanzielle Flexibilität und unterstützt langfristige strategische Prioritäten.
Branchenkontext und Ausblick
Die Ergebnisse spiegeln eine allgemeine Abschwächung der globalen Nachfrage nach alkoholischen Getränken nach den Turbulenzen im Anschluss an die Pandemie wider. Während die Premiumisierung ein langfristiger struktureller Trend bleibt, zählen zu den kurzfristigen Belastungen inflationssensible Verbraucher und sich verändernde Konsummuster in wichtigen Märkten.
Diageo bekräftigte seinen Fokus auf diszipliniertes Kostenmanagement, gestärkte Kundenpartnerschaften und gezielte Investitionen in Kernmarken. Das Unternehmen strebt ein Gleichgewicht zwischen kurzfristiger Stabilität und langfristiger Wertschöpfung an, um sich in einem komplexeren globalen Nachfrageumfeld zu behaupten.
Quelle: Diageo