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Burgund im Klimawandel: Der Wert des Terroirs soll erhalten bleiben

Das Burgund, eine der mythischsten Weinregionen der Welt, durchläuft einen tiefgreifenden Wandel, um sich an den Klimawandel anzupassen, ohne das Erbe zu gefährden, das seine Identität, seinen Ruf und seinen Wert ausmacht.

Nach einer Weinlese im Jahr 2026, die so früh begann wie seit mehr als fünf Jahrhunderten nicht mehr, zeigt die Region Bereitschaft und Offenheit für Veränderungen, wie das Beispiel der Erfahrung von Domaine Thibault Liger-Belair, einem der renommiertesten Weingüter der Côte de Nuits, der begehrtesten Enklave der Côte d'Or, zeigt.

Eine Philosophie, die auf Boden, Wasser und Energie aufbaut

Der Ansatz von Liger-Belair ist nicht als universelles Modell für das gesamte Burgund gedacht, sondern als konkretes Beispiel, das in seinem prestigeträchtigsten Gebiet anwendbar ist: die Erhöhung der Anpassungsfähigkeit des Systems bei gleichzeitiger Verringerung seiner Anfälligkeit. Alles beginnt mit der Ernte. Anstatt einem immer früheren Kalender hinterherzujagen, beobachtet das Weingut jede einzelne Parzelle und wartet, bis die Trauben ihr eigenes natürliches Gleichgewicht erreichen, wobei die Qualität des Rohmaterials Vorrang vor dem reinen Ertrag hat. Da Hitze die Zuckerkonzentration beschleunigt, ohne dass Säure, phenolische Reife und aromatische Entwicklung notwendigerweise im gleichen Tempo folgen, stellt sich die eigentliche Frage, wann die Trauben wirklich reif sind – nicht einfach, wann der Kalender ihre Ernte vorschlägt.

Die zentrale Rolle von Wasser und Boden

Wassermanagement ist ein weiterer Pfeiler der Philosophie des Weinguts: Ziel ist es nicht, mehr Wasser zu verbrauchen, sondern ein System aufzubauen, das Wasser effizienter speichern und nutzen kann. Dies rückt die Bodengesundheit in den Vordergrund – ein organischer, lebendiger, unverdichteter Boden kann mehr Wasser aufnehmen und speichern, die Wurzelentwicklung fördern und die Widerstandsfähigkeit der Rebe gegenüber Stress erhöhen. Zwischenfrüchte, Biodiversität und sorgfältige Bodenbearbeitung werden sowohl zu Produktionsmitteln als auch zu einer Art Versicherung für die Zukunft, was eine Vision des Weinbergs als vollständiges Ökosystem und nicht nur als Produktionsfläche widerspiegelt.

Autonomie und Kreislaufwirtschaft im Keller

Das Konzept der Autonomie prägt auch die gesamte Organisation des Weinguts, das als Kreislaufsystem konzipiert ist, in dem Energie, Wasser und Ressourcen für die Bodenbewirtschaftung produziert, genutzt, wiedergewonnen und wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden – was die Abhängigkeit von externen Inputs reduziert und die Widerstandsfähigkeit erhöht. Im Keller berücksichtigt die Hefeforschung, dass jede Parzelle und jeder Jahrgang anders ist, und passt die Prozesse an das Rohmaterial an, anstatt die Trauben zu standardisieren. Auch Nebenprodukte werden zu Ressourcen, wobei an der Rückgewinnung von Wasser und schließlich des während der Gärung entstehenden CO2 geforscht wird. Die Erhaltung der genetischen Vielfalt von Pinot Noir und Chardonnay durch ein spezielles Konservatorium stellt eine langfristige Investition dar, die zukünftige Anpassungsmöglichkeiten sichert.

Tradition und Innovation, nicht Tradition versus Innovation

Für Liger-Belair geht es um mehr als einzelne Weingüter – es geht um die Widerstandsfähigkeit eines ganzen Modells, das auf der Präzision des Ortes als Kernwert aufbaut. Terroir zu schützen bedeutet, über Jahrhunderte aufgebautes Kapital zu schützen. Der Ausblick bleibt optimistisch: Laut dem Produzenten war das Burgund noch nie neugieriger oder bereiter, sich neu zu erfinden. Die zugrunde liegende Botschaft ist, dass Innovation nicht bedeutet, mit der Tradition zu brechen, sondern neue Werkzeuge zu finden, um sie zu erhalten – weniger Abhängigkeit, mehr Autonomie; weniger Verschwendung, mehr Kreislaufwirtschaft; mehr Zuhören auf den Weinberg, weniger Zwang auf einen Kalender, der zunehmend vom Klima diktiert wird.

Quelle: WineNews

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