Wine Paris schloss am 11. Februar nach drei ereignisreichen Tagen in der französischen Hauptstadt seine Pforten und bestätigte damit seine Position als eine der einflussreichsten Veranstaltungen im globalen Wein- und Spirituosenkalender.
Die Ausgabe 2026 begrüßte 63.541 Fachbesucher aus 169 Ländern , davon 51 % aus dem Ausland – ein bemerkenswerter Anstieg von 20,75 % gegenüber dem Vorjahr. Auch auf Ausstellerseite nahmen 6.537 Unternehmen aus 63 Ländern teil, was ebenfalls einer internationalen Beteiligung von 51 % und einem Wachstum von 20 % entspricht. Diese Zahlen unterstreichen die zunehmende Internationalisierung der Veranstaltung und ihre zentrale Rolle im globalen Getränkeökosystem.
Von der Messe zur strategischen Plattform
Laut Nicolas Cuissard, dem Direktor von Wine Paris, etabliert sich die Veranstaltung nicht nur als kommerzieller Marktplatz, sondern auch als Plattform für Einflussnahme und Dialog .
In einem von wirtschaftlicher Unsicherheit und zunehmenden Handelsspannungen geprägten Umfeld fungierte Wine Paris als Katalysator für globale Geschäftsmöglichkeiten. Allein über die digitale Plattform wurden 25.958 vorab vereinbarte Meetings organisiert – ein Anstieg von 28 % im Vergleich zum Vorjahr –, während die Präsenz wichtiger Einkäufer um 20 % zunahm.
Insgesamt zählte das Messezentrum 112.462 Branchenexperten , darunter Produzenten, Händler, Importeure, Distributoren und internationale Einkäufer. Die Rückkehr etablierter Branchenführer und die Teilnahme neuer Aussteller aus aufstrebenden Märkten stärkten sowohl die kommerzielle Vielfalt als auch die globale Reichweite.
Ein breiteres Getränke-Ökosystem
Unter dem Dach von Vinexposium erweiterte Wine Paris ihr Spektrum über die traditionellen Weinkategorien hinaus. Die Ausgabe 2026 integrierte die gesamte Getränkepalette:
- Weine
- Spirituosen
- Biere und Apfelweine
- Cocktails und RTDs
- alkoholarme und alkoholfreie Alternativen
Diese Diversifizierung spiegelt veränderte Verbraucherpräferenzen, gesundheitsbewusste Trends und die Premiumisierung alternativer Getränkesegmente wider.
Zwei eigens dafür vorgesehene Bereiche unterstrichen diese Entwicklung:
- Die „Be Spirits Stage“ unterstreicht den Spirituosenschwerpunkt der Veranstaltung.
- Be No Stage , mit Fokus auf alkoholfreie Innovation
Die Be Spirits versammelte 370 Aussteller aus 39 Ländern (+28 %), darunter eine stärkere Präsenz internationaler Barkeeper und professioneller Einkäufer. Die Be No feierte Premiere mit 64 Ausstellern aus 13 Ländern und präsentierte über 250 Produkte zur Verkostung – ein deutliches Zeichen für das strukturelle Wachstum im Segment der alkoholfreien Getränke.
Ian Thomson, Gründer von Thomson & Scott Naughty, betonte, dass er selten zuvor in so kurzer Zeit auf einer Fachmesse mit so vielen internationalen Fachleuten in Kontakt getreten sei.
Politische Präsenz und geopolitischer Dialog
Dieses Jahr markierte einen bedeutenden institutionellen Meilenstein. Erstmals eröffnete der französische Präsident Emmanuel Macron die Messe. Ihm zur Seite standen der ehemalige Präsident François Hollande , zwei amtierende französische Minister, vier Außenminister und Vertreter von 37 Botschaften.
Auch Mitglieder der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments waren anwesend, was die politische Dimension der Veranstaltung verstärkte.
Wine Paris hat sich somit zu einem strukturierten Forum entwickelt, in dem der Dialog zwischen der Getränkebranche, nationalen Regierungen und europäischen Institutionen konkrete Formen annimmt. Diskutiert wurden unter anderem folgende Themen:
- Handelsabkommen der EU mit Mercosur und Indien
- US-Zölle und transatlantische Spannungen
- Exportdiversifizierungsstrategien
- Regulatorische Anpassung an Marktveränderungen
Wissen, Medien und Marktinformationen
Das Akademieprogramm umfasste 239 Veranstaltungen , darunter Meisterkurse, Podiumsdiskussionen und Vorträge zu den Themen Innovation, Markenbildung, Mixologie und Verbrauchertrends – insbesondere im Bereich der alkoholfreien Getränke.
Die Medienpräsenz erreichte mit 1.894 Journalisten aus 49 Ländern (57 % international) einen neuen Höchststand, was einem Anstieg von 25 % entspricht. Dieser Zuwachs bestätigt das wachsende internationale Interesse an den strategischen Debatten des Sektors.
Blick voraus bis 2027
Wine Paris wird vom 15. bis 17. Februar 2027 wieder stattfinden, mit dem klaren Ziel, wie Rodolphe Lameyse erklärte, die internationale Präsenz weiter zu stärken und die Position als globale Referenzplattform für Wein und Getränke zu festigen.
Die Ausgabe 2026 hat gezeigt, dass Wine Paris weit mehr ist als nur eine Fachmesse. Sie hat sich zu einem strategischen Treffpunkt entwickelt, an dem Handel, Politik, Innovation und globale Visionen aufeinandertreffen und die zukünftige Entwicklung der Wein- und Getränkeindustrie prägen.
Quelle: Vinetur