Im Laufe von fünf ereignisreichen Tagen wurde Moldawien zum globalen Epizentrum für weinbauliches Wissen und Innovation, als es den 46. Weltkongress für Rebe und Wein in Chișinău ausrichtete.
Mit über 500 Teilnehmern aus 41 Ländern war der Kongress ein eindrucksvoller Beweis für die anhaltende Stärke und Einheit der internationalen Weingemeinschaft.
Die Veranstaltung umfasste über 300 wissenschaftliche Vorträge und 13 Fachbesuche und bot tiefe Einblicke in die neuesten Entwicklungen in Weinbau, Önologie, Weinrecht, Ökonomie und Gesundheit. Sie gipfelte in der 23. Generalversammlung der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) , auf der 14 wichtige Resolutionen verabschiedet wurden, die die Zukunft des globalen Weinsektors prägen werden.
Wichtigste Beschlüsse: Die Zukunft des Weins gestalten
Die verabschiedeten Resolutionen spiegeln die zentrale Rolle der OIV als wissenschaftliche und technische zwischenstaatliche Organisation wider, die globale Standards und Leitlinien für die Wein- und Weinindustrie festlegt. Mehrere herausragende Themen befassten sich mit aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Bedürfnissen:
- Bekämpfung der Flavescence dorée (OIV-VITI 758-2025): Diese Entschließung konzentriert sich auf Strategien zur Ausrottung oder Eindämmung dieser zerstörerischen Rebenkrankheit, die für Weinbaugebiete auf der ganzen Welt ein erhebliches wirtschaftliches Risiko darstellt.
- Zutaten- und Nährwertkennzeichnung für Spirituosen (OIV-ECO 732 & 733-2025): Diese Richtlinien fördern Transparenz und ermöglichen gleichzeitig Flexibilität bei der Kennzeichnung, um den sich entwickelnden nationalen Vorschriften und den Erwartungen der Verbraucher gerecht zu werden.
- Neues Bewertungsformular für internationale Wettbewerbe (OIV-OENO 671A-2025): Eine überarbeitete Bewertungsmethode zielt darauf ab, Fairness, Präzision und Konsistenz bei der Beurteilung von Wein und Spirituosen zu erhöhen.
- Leitlinien zur Aufklärung über Weinmissbrauch (OIV-SECSAN 729-2025): Diese Entschließung befasst sich mit verantwortungsvollem Weinkonsum und konzentriert sich auf Aufklärungs- und Kommunikationsstrategien zur Reduzierung von Missbrauch, insbesondere im Erwachsenenalter.
Auszeichnung für herausragende Leistungen: OIV-Verdienstauszeichnungen 2025
In Anerkennung ihrer außergewöhnlichen Beiträge zum Weinbau und zur Önologie verlieh die OIV ihre Verdienstpreise an vier herausragende Persönlichkeiten:
- Gheorghe Arpentin (Moldau): Als eine Säule des moldauischen Weinbaus hat Arpentin die nationale Weinpolitik geprägt, Forschungsinitiativen geleitet und Moldau in der OIV mit Auszeichnung vertreten.
- Christiane Blum (Luxemburg): Mit fast drei Jahrzehnten engagierten Dienstes hat Blum zu Fortschritten in der analytischen Chemie und der Önologie beigetragen und dabei Zusammenarbeit und Konsens gefördert.
- Ann Mohlén Årling (Schweden): Als Expertin für Recht und Politik hat sie sich für die EU-Weingesetzgebung und die Interessen der Verbraucher eingesetzt, insbesondere im Hinblick auf sich ändernde Klima- und Gesundheitstrends.
- Ricardo F. Nuñez (Argentinien): Als Gründer von Vinos de La Luz verbindet Nuñez Innovation, globale Reichweite und humanitäre Bemühungen und fördert so den kulturellen Austausch und die wissenschaftliche Exzellenz.
Die Rolle der OIV: Ein Jahrhundert globaler Führung
Die vor über 100 Jahren gegründete OIV (Internationale Organisation für Rebe und Wein) ist die globale Referenzorganisation für den Weinsektor. Mit 51 Mitgliedstaaten, die 90 % der weltweiten Rebfläche repräsentieren, gewährleistet die OIV die harmonisierte Entwicklung von Standards in folgenden Bereichen:
- Weinbau
- Önologie und Analyse
- Wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen
- Gesundheits- und Verbrauchersicherheit
Zweimal jährlich arbeiten mehr als 500 Experten zusammen, um die regulatorische und wissenschaftliche Ausrichtung des Sektors zu überprüfen und zu gestalten.
Moldaus wachsender globaler Einfluss
Die Ausrichtung des 46. Kongresses unterstreicht Moldaus wachsende Bedeutung in der Weinwelt – nicht nur als Produzent von Qualitätsweinen, sondern auch als Zentrum für wissenschaftliche und technische Exzellenz. Die erfolgreiche Organisation dieser Veranstaltung und die Schlüsselrolle moldauischer Experten, darunter Gheorghe Arpentin, markieren einen Meilenstein für die Ambitionen des Landes im globalen Weinbau.
Angesichts der Herausforderungen, vor denen die Branche durch den Klimawandel und sich wandelnde Verbraucherwünsche steht, bleibt die gemeinschaftliche, forschungsbasierte Arbeit der OIV und ihrer Kongresse unverzichtbar. Die Ergebnisse von Chisinau 2025 werden in Weinbergen und Weinkellern weltweit nachwirken.
Quelle: OIV