Viticulture

OIV und FAO bündeln ihre Kräfte zum Schutz der Biodiversität im Weinbau durch eine historische Absichtserklärung

Am 18. Oktober 2024 wurde in Dijon, Frankreich, ein bedeutender Meilenstein für den globalen Weinbau erreicht. Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) unterzeichneten im Rahmen ihres Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGRFA) eine Absichtserklärung.

Unterzeichnet von John Barker, Generaldirektor der OIV, und Kent Nnadozie, Sekretär des ITPGRFA der FAO, festigt diese Absichtserklärung ein Jahr des Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen diesen Organisationen zur Erhaltung und Förderung der genetischen Vielfalt der Weinrebe weltweit.

Die Partnerschaft zielt darauf ab, drängende Umweltprobleme anzugehen und Strategien zum Schutz des genetischen Pools der Weinrebe umzusetzen, der für die langfristige Widerstandsfähigkeit der Weinbranche unerlässlich ist. Dieser Schritt kommt zum richtigen Zeitpunkt, da der Weinbau zahlreichen Bedrohungen durch den Klimawandel ausgesetzt ist, darunter der Verlust der Artenvielfalt, extreme Wetterereignisse und sich verändernde Ökosysteme. Durch die Zusammenarbeit bündeln die OIV und ITPGRFA ihre wissenschaftliche Expertise, Ressourcen und Datenbanken, um eine nachhaltigere und anpassungsfähigere Zukunft für den Weinbau zu fördern.

Wichtigste Kooperationsbereiche

Diese Absichtserklärung bietet einen strukturierten Rahmen für die Zusammenarbeit und hebt mehrere wichtige Bereiche hervor, in denen die OIV und die ITPGRFA zusammenarbeiten werden. Dazu gehören:

  1. Anpassung an den Klimawandel und Erhaltung der biologischen Vielfalt
    Da der Klimawandel die Weinbaugebiete weltweit weiterhin beeinträchtigt, ist der Erhalt der genetischen Vielfalt der Reben von größter Bedeutung. Die OIV und die ITPGRFA werden gemeinsam Strategien zur Erhaltung der genetischen Ressourcen der Reben entwickeln und fördern, wobei der Fokus auf der Sicherstellung ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen, Schädlingen und Krankheiten liegt. Diese Bemühungen sind unerlässlich, um traditionelle Rebsorten zu schützen und gleichzeitig Innovation und Anpassungsfähigkeit innerhalb der Branche zu ermöglichen.

  2. Politikformulierung und Wissensaustausch
    Zentrales Ziel der Absichtserklärung ist die Entwicklung von Strategien, die wissenschaftliche und technische Erkenntnisse nutzen, um nachhaltige Praktiken im Weinbau zu fördern. Durch die Einbeziehung von Forschungsergebnissen und Expertise wollen die OIV und die ITPGRFA einen wissenschaftlich fundierten Rahmen für den Sektor schaffen, der weltweit zu nachhaltigen Weinbaustrategien führen kann.

  3. Bewährte Verfahren und technische Richtlinien
    Die Absichtserklärung zielt darauf ab, bewährte Verfahren und technische Leitlinien zu entwickeln, um den komplexen Bedürfnissen des Weinbaus und der Weinindustrie gerecht zu werden. Dies umfasst ein breites Spektrum, darunter nachhaltige Anbaumethoden, die Erhaltung des genetischen Materials und die wirksame Anpassung an klimabedingte Auswirkungen.

Werkzeuge und Ressourcen für den Erfolg

Um diese Ziele zu erreichen, werden die OIV und das ITPGRFA den wissenschaftlichen Austausch und die technische Zusammenarbeit fördern. Sie werden ihre jeweiligen Datenbanken und technischen Werkzeuge integrieren, wie zum Beispiel:

  • Globales Informationssystem und digitale Objektkennungen von ITPGRFA, von entscheidender Bedeutung für die Verfolgung und Verwaltung pflanzengenetischer Ressourcen.
  • Die OIV-Datenbanken über Rebsorten und ihre Synonyme, ampelographische Deskriptoren und Sammlungen katalogisieren die Vielfalt der Weinrebe und tragen so zur Erhaltung und Erforschung von Rebsorten weltweit bei.

Mithilfe dieser Ressourcen wollen sie ein vernetztes System aufbauen, das die Überwachung, Erhaltung und den Zugang zu wertvollen genetischen Informationen der Weinrebe erleichtert.

Kapazitätsaufbau und Wissensverbreitung

Die Absichtserklärung unterstreicht zudem die Bedeutung von Kapazitätsaufbaumaßnahmen zur Förderung des Wissensaustauschs und der beruflichen Weiterentwicklung innerhalb der Weinbaubranche. Beide Organisationen planen wissenschaftliche und technische Seminare und Workshops, die lokalen und globalen Akteuren helfen sollen, bewährte Verfahren im Bereich der Reberhaltung und Klimaresilienz besser zu verstehen und anzuwenden. Diese Veranstaltungen dienen als Plattformen für den Wissenstransfer und fördern einen kooperativen Ansatz zur Bewältigung der dringlichsten Herausforderungen der Branche.

Aussagen von Schlüsselfiguren

John Barker von der OIV betonte die Bedeutung dieser Partnerschaft: „Wir innerhalb der OIV begrüßen diese Zusammenarbeit mit dem FAO-ITPGRFA ausdrücklich.“ Kent Nnadozie, Sekretär des FAO-ITPGRFA, bekräftigte diese Einschätzung und hob die dringende Notwendigkeit hervor, „die genetische Vielfalt angesichts des Klimawandels, von Krankheiten, Schädlingen und des Verlusts der biologischen Vielfalt zu sichern“. Nnadozie merkte zudem an, dass die beiden Organisationen durch die Zusammenarbeit mit der OIV „neue Innovationsmöglichkeiten eröffnen“, die für die Zukunft der Branche von entscheidender Bedeutung sein werden.

Quelle: OIV

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