Der US-Markt für alkoholische Getränke erlebte 2025 einen bemerkenswerten Abschwung, wobei das Gesamtvolumen der alkoholischen Getränke (TBA) um 5 % gegenüber dem Vorjahr zurückging.
Laut vorläufigen Daten von IWSR spielten anhaltender wirtschaftlicher Druck und sich ändernde Konsumentenprioritäten eine zentrale Rolle bei der Neugestaltung des Trinkverhaltens im ganzen Land.
Breit angelegte Rückgänge über alle Kategorien hinweg
Alle wichtigen Alkohol-Kategorien verzeichneten 2025 Verluste, was eine weit verbreitete Schrumpfung anstelle einer isolierten Schwäche widerspiegelt. Die Biermengen gingen um 5 % zurück, womit Bier seine Position als größte Kategorie beibehielt, aber eine Anfälligkeit für veränderte Konsumgewohnheiten zeigte. Wein erlebte einen stärkeren Rückgang von 6 %, während Spirituosen um 4 % fielen, was auf einen allgemeinen Rückzug bei diskretionären Ausgaben hindeutet.
Trotz des insgesamt negativen Trends erwiesen sich Ready-to-Drink (RTD)-Getränke als widerstandsfähiger und gingen nur um 1 % zurück. Diese relativ starke Performance ermöglichte es RTDs, weiterhin Marktanteile zu gewinnen und ihre Position als wichtiges Wachstumssegment in der US-Alkohollandschaft zu festigen.
Kostendruck formt das Verbraucherverhalten neu
Einblicke von IWSR Bevtrac zeigen eine signifikante Verschiebung im Verbraucherverhalten. Die Kosten sind mittlerweile der zweitwichtigste Grund für einen moderaten Alkoholkonsum, wobei 31 % der US-Trinker dies als Schlüsselfaktor nennen.
Laut Marten Lodewijks wechseln Verbraucher nicht mehr einfach zu billigeren Optionen. Stattdessen werden sie strategischer und bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis ihrer Einkäufe sorgfältig. Dieses sich entwickelnde Verhalten spiegelt einen bewussteren und selektiveren Ansatz bei den Alkoholausgaben wider.
Premiumisierung behält selektive Stärke
Interessanterweise trotzte das Super-Premium-Segment dem allgemeinen Marktrückgang und verzeichnete ein bescheidenes Volumenwachstum von 1 %. Dies deutet darauf hin, dass, während der Gesamtkonsum sinkt, die Verbraucher weiterhin bereit sind, in höherwertige Produkte zu investieren, wenn sie einen klaren Mehrwert wahrnehmen.
Dieser selektive Premiumisierungs-Trend deutet auf eine Polarisierung des Marktes hin, wo sowohl preiswerte als auch hochwertige Produkte erfolgreich sein können – vorausgesetzt, sie erfüllen die Erwartungen der Verbraucher.
RTDs setzen ihren Aufstieg fort
RTDs haben sich in den letzten Jahren als eines der dynamischsten Segmente erwiesen, und 2025 bestätigte ihre Dynamik weiter. Seit 2019 hat sich ihr Anteil am Gesamtvolumen alkoholischer Getränke mehr als verdoppelt, von 6 % auf 13 % gestiegen.
Eine Kombination aus Bequemlichkeit, innovativen Geschmacksrichtungen und starkem Branding hat dieses Wachstum vorangetrieben. Insbesondere Spirituosen-basierte RTDs verzeichneten einen beeindruckenden Volumenanstieg von 14 % im Vergleich zu 2024, was ihren Reiz bei modernen Verbrauchern unterstreicht, die nach trinkfertigen, einfach zu konsumierenden Optionen suchen.
Strukturelle Herausforderungen und Nischenchancen
In anderen Bereichen entsprach die Kategorie-Performance weitgehend den Erwartungen. Traditionelle Segmente wie Wodka und Whisky – einschließlich kanadischem Whisky – verzeichneten weiterhin Rückgänge, was auf begrenzte Innovation und eine stabile, aber alternde Nachfrage hindeutet.
Cognac, oft mit Premium-Konsum assoziiert, blieb unter Druck, da wirtschaftliche Beschränkungen die Ausgaben für Luxusspirituosen reduzierten. Gleichzeitig zeigten kleinere und aufstrebende Kategorien Wachstumspotenziale. Alkoholfreies Bier und Nischenspirituosen-Segmente expandierten weiterhin, wenn auch von einer niedrigeren Basis aus, und profitierten von sich entwickelnden Lebensstiltrends und einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein.
Ausblick: Ein Markt im Wandel
Die Ergebnisse von 2025 zeigen einen US-Markt für alkoholische Getränke im Wandel. Wirtschaftliche Unsicherheit, sich ändernde Konsumentenwerte und sich entwickelnde Kategoriedynamiken gestalten die Branche neu. Obwohl die Gesamtvolumen zurückgehen, bleiben Chancen für Marken, die klaren Mehrwert, Innovation und Relevanz bieten können.
Während sich die Produzenten an dieses neue Umfeld anpassen, wird der Erfolg wahrscheinlich davon abhängen, Erschwinglichkeit mit Qualität in Einklang zu bringen und gleichzeitig auf neue Trends wie Bequemlichkeit, Mäßigung und Premium-Erlebnisse einzugehen.
Quelle: IWSR