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Den „Weinskeptiker“ verstehen: Wie die Branche Gelegenheitskonsumenten zurückgewinnen kann

Der Wine Market Council hat in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Vista Grande eine aufschlussreiche Studie veröffentlicht, die sich auf eine Gruppe von Konsumenten konzentriert, die als „Weinskeptiker“ bekannt sind.

Hierbei handelt es sich um Personen, die selten Wein trinken – entweder weil sie andere alkoholische Getränke bevorzugen oder ihren Weinkonsum in den letzten Jahren reduziert haben. Ziel der Studie war es, die Gründe für dieses Verhalten zu ermitteln und Strategien zu entwickeln, um diese Zielgruppe wieder für Wein zu gewinnen.

Eine zweiphasige Studie zum Konsumentenverhalten

Die Studie wurde in zwei Hauptphasen durchgeführt. In der ersten Phase wurde untersucht, was diese Konsumenten vom Weinkonsum abhält, sei es in Restaurants und Bars oder im Einzelhandel. In der zweiten Phase wurden mit einer Stichprobe von 1.500 Teilnehmern mögliche Lösungsansätze evaluiert und die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen zur Förderung des Weinkaufs gemessen.

Die Ergebnisse waren aufschlussreich. In der Gastronomie bevorzugten 42 % der Befragten Bier und 37 % Cocktails , während nur 8 % Wein wählten . Im Einzelhandel zeigt sich ein ähnliches Bild: Bier dominiert, gefolgt von Spirituosen und trinkfertigen Getränken. Obwohl 21 % der Teilnehmer den Kauf von Wein in Erwägung zogen , tätigten nur 10 % tatsächlich einen Kauf – ein deutliches Zeichen für ein erhebliches Absatzpotenzial in der Branche.

Warum Verbraucher zögern, Wein zu wählen

Die Studie deckte mehrere wiederkehrende Hindernisse auf. Viele Befragte verbinden Wein mit formellen oder besonderen Anlässen und halten ihn daher für weniger geeignet für den alltäglichen Genuss. Andere nannten Geschmacksvorlieben , den Alkoholgehalt und das Fehlen zugänglicher Präsentationsformen als Gründe, die sie abschrecken. Für viele wirkt Wein im Vergleich zur Einfachheit und Vertrautheit von Bier oder Cocktails immer noch einschüchternd.

Strategien zur Wiederansprache von „Weinskeptikern“

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, schlägt die Studie eine Reihe praktischer und innovativer Maßnahmen vor:

  • Weincocktails: Die Kreation unkomplizierter Drinks wie Porto & Tonic oder Rosé Spritz könnte Wein besser an moderne, informelle Anlässe anpassen. Diese Cocktails ermöglichen individuelle Geschmacks- und Alkoholanpassungen und wirken dadurch weniger einschüchternd und spielerischer für Weinneulinge.
  • Rabatte, Aktionen und Verkostungen: Kleine Verkostungen oder Produktproben vor dem Kauf im Geschäft können die Hemmschwelle senken, etwas Neues auszuprobieren. Rabatte und Aktionspakete fördern ebenfalls die Neugier.
  • Innovative Verpackung: Einzelportionsflaschen oder Flaschen im Kleinformat sprechen Konsumenten an, die allein leben oder Wein in Maßen genießen möchten. Diese Formate machen Wein praktischer für den täglichen Genuss und helfen Konsumenten, Verschwendung zu vermeiden und die Ausgaben zu kontrollieren.
  • Saisonale Angebote: Die Anpassung der Wein- oder Cocktailauswahl an die jeweilige Jahreszeit – beispielsweise erfrischende Mischungen für den Sommer oder würzige Varianten für den Herbst – kann die Attraktivität steigern und den Wein mit verschiedenen Trinkmomenten verbinden.

Aus anderen Erfolgsgeschichten der Getränkeindustrie lernen

Der Bericht hebt außerdem hervor, wie andere Alkoholkategorien erfolgreich diversifiziert haben. Unternehmen wie Boston Beer und E.&J. Gallo sind gewachsen, indem sie ihr Produktsortiment über traditionelle Getränke hinaus erweitert und neue Trends und veränderte Konsumgewohnheiten aufgegriffen haben. Die Weinbranche, so die Studie, könnte einen ähnlichen Weg einschlagen, indem sie mit neuen Geschmacksrichtungen, Formaten und Erlebnissen experimentiert, die besser zum modernen Lebensstil passen.

Blick in die Zukunft

Die Schlussfolgerungen sind eindeutig: Um zögerliche Konsumenten zurückzugewinnen, muss die Weinbranche Tradition und Innovation verbinden. Indem sie Wein zugänglicher, vielseitiger und zeitgemäßer gestalten, können Produzenten neue Zielgruppen – insbesondere jüngere Generationen – erschließen und sicherstellen, dass Wein weiterhin einen festen Platz am Tisch einnimmt, ob bei Feierlichkeiten oder ungezwungenen Treffen.

Quelle: Vinetur

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