Der Markt für alkoholfreie und alkoholarme Getränke in Großbritannien hat in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Wachstum erlebt, wobei das Jahr 2024 als ein entscheidendes Jahr hervorsticht.
Nach vorläufigen Daten hat sich das Gesamtmarktvolumen im Jahr 2024 gegenüber 2023 mehr als verdoppelt. Dies ist auf eine Kombination aus regulatorischen Änderungen, Verbrauchertrends und Innovationen zurückzuführen.
Änderungen der Alkoholsteuer und die Anpassung der Alkoholgehaltsbestimmungen für Bier haben in den letzten Jahren zu einem deutlichen, wenn auch vorübergehenden, Anstieg des Absatzvolumens alkoholarmer Getränke geführt. Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass sich diese Umsätze langfristig stabilisieren werden. Trotzdem verzeichnet das Segment der alkoholfreien Getränke, insbesondere Bier, weiterhin organisches Wachstum, das maßgeblich durch die steigende Verbrauchernachfrage getrieben wird. Im Jahr 2024 legte alkoholfreies Bier im Vergleich zu 2023 um 20 % zu und festigte damit seine Position als wichtigster Wachstumstreiber in diesem Segment. Infolgedessen macht alkoholfreies Bier mittlerweile über 2 % des gesamten Umsatzes alkoholischer Getränke im Vereinigten Königreich aus.
Prognosen zufolge wird der Gesamtmarkt für alkoholfreie Getränke von 2024 bis 2028 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 7 % wachsen. Der Absatz alkoholfreier Spirituosen dürfte trotz eines leichten Rückgangs im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 7 % gestiegen sein. Im Gegensatz dazu verzeichnete der Absatz von alkoholarmem Wein im Jahr 2024 einen Rückgang von 5 %, während der Absatz alkoholfreier Weine um 8 % zulegte. Dies verdeutlicht einen Wandel der Verbraucherpräferenzen.
Premiumisierungstrends
Die Premiumisierung prägt weiterhin den Markt für alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke, insbesondere im Biersegment. Premium- und höherwertige Marken machen zwei Drittel des Marktes für alkoholfreies Bier aus und unterstreichen damit ihre Bedeutung als Wachstumstreiber.
Der Markt für alkoholfreie Weine, der zwar weiterhin von preisorientierten Traditionsmarken dominiert wird, befindet sich ebenfalls im Wandel. Standard- und Premiummarken, die zwar von kleineren Ausgangsbasen wachsen, treiben Innovationen voran und sprechen eine anspruchsvollere Kundschaft an. Diese Premiumprodukte setzen neue Qualitätsstandards und werden voraussichtlich eine entscheidende Rolle in der Marktentwicklung spielen.
Verbrauchereinstellungen und Demografie
Die Zahl der Konsumenten, die alkoholfreie oder alkoholreduzierte Getränke wählen, hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Verbesserte Qualität, größere Verfügbarkeit und der anhaltende Wellness-Trend haben mehr Käufer dazu animiert, alkoholfreie und alkoholreduzierte Alternativen zu entdecken. Interessanterweise ist die Zielgruppe überwiegend jünger als das gesetzliche Mindestalter für Alkoholkonsum, wobei das Geschlechterverhältnis ausgeglichen ist. Darüber hinaus verfügen Käufer alkoholfreier oder alkoholreduzierter Getränke häufiger über ein höheres Einkommen als Nicht-Käufer.
Während jüngere Generationen die Akzeptanz alkoholfreier Getränke vorantreiben, stellt die Generation der Babyboomer ein Viertel der Käufer alkoholfreier oder alkoholarmer Produkte. Ihr Konsum beschränkt sich jedoch oft auf gelegentliche Verwendung, was darauf hindeutet, dass sie eher zu denjenigen gehören, die alkoholfreie Produkte erst einmal ausprobieren. Babyboomer reagieren zudem preissensibler und erwarten häufig, dass alkoholfreie Produkte günstiger sind als ihre alkoholhaltigen Pendants.
Auffällig ist, dass alkoholfreies Bier und alkoholfreier Apfelwein bei der Generation Z weniger Anklang finden; nur 22 % dieser Altersgruppe kaufen diese Getränke. Ein Großteil der Marketingbemühungen konzentriert sich auf alkoholfreies Bier, das bei der Generation X und den Babyboomern besser ankommt. Dies stellt eine Herausforderung für Marken dar, die trendbewusste, jüngere Zielgruppen erreichen wollen.
Wachstumshemmnisse
Trotz der erzielten Fortschritte bestehen weiterhin mehrere Hindernisse für den Markt für alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke. Die Verfügbarkeit stellt nach wie vor eine große Herausforderung dar, da viele Verbraucher Schwierigkeiten haben, alkoholfreie und alkoholreduzierte Produkte zu finden. Die Regalflächen im Einzelhandel sind zunehmend umkämpft, insbesondere aufgrund der dominanten Präsenz von alkoholfreiem Bier. Dieser Konkurrenzdruck kann die Sichtbarkeit und Verfügbarkeit anderer Produktkategorien wie alkoholfreier Weine und Spirituosen einschränken.
Innovation treibt Wachstum an
Innovation bleibt der Wachstumsmotor im Markt für alkoholfreie/alkoholarme Produkte. Jüngste Produkteinführungen haben die Grenzen traditioneller Segmente erweitert und einzigartige Alternativen mit natürlichen Inhaltsstoffen und gesundheitlichen Vorteilen eingeführt. Zum Beispiel:
- Botivo : Ein botanischer Aperitif aus gereiftem Apfelessig, Kräutern und Honig.
- Collider : Ein alkoholfreies Bier, angereichert mit funktionellen Pilzen und Pflanzenextrakten.
Im Segment der alkoholfreien Weine verlagert sich der Innovationsschwerpunkt hin zu Premiumprodukten. Die Marken konzentrieren sich auf fortschrittliche Produktionstechniken, wie zum Beispiel:
- Bollés doppelte Gärung : Steigerung der Komplexität des Weins.
- Nozecos Entalkoholisierungsverfahren : Einsatz fortschrittlicher Technologie zur Geschmackserhaltung.
- Kylie Minogues Sparkling Blanc : Durch die Zugabe von Grüntee in den Fermentationsprozess entsteht ein einzigartiges Geschmacksprofil.
Der Weg vor uns
Der Markt für alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke entwickelt sich stetig weiter. Sein Erfolg hängt maßgeblich von der Überwindung zentraler Hürden ab, insbesondere der Verfügbarkeit und der Ansprache jüngerer Zielgruppen. Premiumisierung, Innovation und die Fokussierung auf Wellness-Trends dürften die positive Entwicklung weiter vorantreiben. Da der Markt in den nächsten Jahren voraussichtlich stetig wachsen wird, bieten sich Marken, die bereit sind, sich anzupassen und in diesem dynamischen Umfeld innovativ zu sein, zahlreiche Chancen.
Quelle: IWSR