Frankreichs Weinindustrie startet 2026 auf wackeligen Füßen.
Nach einem Jahr 2025, das mit einem Wertrückgang von 4,1 % gegenüber dem Vorjahr endete (insgesamt 10,5 Mrd. Euro), bringen die ersten Monate des neuen Jahres mehr desselben: Von WineNews ausgewertete Zahlen von FranceAgriMer zeigen für Januar bis April 2026 einen Rückgang der Exporte um 1 % nach Volumen und 4 % nach Wert, was 4,02 Millionen Hektoliter bzw. 3,5 Milliarden Euro entspricht.
Preise allgemein unter Druck
Einer der deutlichsten roten Fäden in den Daten ist der Preisverfall. Der durchschnittliche Exportpreis für französischen Wein liegt jetzt bei 8,70 € pro Liter, ein Rückgang von mehr als 3 %. Dieser Preisdruck zeigt sich wiederholt in allen Märkten und Kategorien, was darauf hindeutet, dass französische Produzenten härter konkurrieren – und weniger verdienen – für die Mengen, die sie verkaufen.
Dennoch haben nicht alle Kategorien gleichermaßen zu kämpfen. Schaumwein hat sich als durchweg überdurchschnittlich gut erwiesen und in mehreren der wichtigsten französischen Märkte sowohl im Volumen als auch im Wert zugelegt, selbst wenn Still- und lose Weine zu kämpfen haben.
Die USA und das Vereinigte Königreich: Ein Volumenaufschwung, der sich nicht auszahlt
In den Vereinigten Staaten, Frankreichs wichtigstem Exportziel, ist das Volumen im Jahr 2026 bisher um 10 % gestiegen, aber der Wert ist um 11 % gesunken – eine Lücke, die auf starke Preisnachlässe oder eine Verlagerung hin zu billigeren Formaten hindeutet. Champagner verzeichnete dort einen Rückgang von 4 % im Volumen, aber Crémant und andere PDO-Schaumweine stiegen um 12 %. Die Verkäufe von losem Wein divergierten stark nach Format: kleine Formate stiegen um 128 %, während große Formate um 23 % fielen, und die durchschnittlichen Preise für losen Wein sanken um 19 % auf 10,50 € pro Liter.
Das Vereinigte Königreich zeigt ein nahezu identisches Muster: Die Volumina stiegen um 4 %, aber der Wert sank um 1 %, angetrieben durch einen Rückgang des Flaschenweins um 4 %. Schaumwein trug erneut den Markt, stieg um 12 % im Volumen und 6 % im Wert, wobei Champagner sich um 5 % erholte und Crémant/AOP-Schaumweine um 29 % zulegten. Die Preise sanken um 4 % auf 9,40 € pro Liter, blieben aber vergleichsweise stark.
Kerneuropäische Märkte schwächeln weiter
Europa insgesamt verzeichnete einen Rückgang um 5 %, wobei Deutschland, Belgien und die Niederlande – langjährige Säulen der französischen Weinexporte – alle zurückgingen. Deutschland, immer noch der größte EU-27-Markt, sah das Volumen um fast 5 % fallen, wobei Flaschenwein um fast 7 % und loser Wein um 8 % zurückging. Nur Schaumwein wuchs um 2 %, angetrieben von Champagner (+13 %) und Crémant (+6 %). Belgiens Rückgang war noch stärker, um fast 11 % im Volumen und etwa 7 % im Wert, obwohl Schaumwein dort einen Anteil von 10 % erreichte. Die Niederlande spiegelten denselben Abwärtstrend wider.
Asien: China stabilisiert sich, Japan glänzt
China bleibt ein Schwachpunkt, mit einem Volumenrückgang von 10 % und einem Wertrückgang von 5 %, angetrieben durch einen Rückgang der Flaschenweinverkäufe um 15 % – obwohl sich das Tempo des Rückgangs verlangsamt. Lose Weine (+134 %) und Schaumweine (+21 %) gewannen beide an Anteil, und der Durchschnittspreis stieg um 6 % auf 10,50 € pro Liter, was nun die US-Preise erreicht und eine fortgesetzte Verlagerung hin zu einer Premium-Positionierung widerspiegelt.
Japan sticht als der stärkste Performer hervor: Schaumwein, angeführt von einem Anstieg des Champagners um 25 %, trieb den Exportwert um 9 % nach oben, während die Durchschnittspreise um über 4 % stiegen und 13,50 € pro Liter erreichten – der höchste Wert aller abgedeckten Märkte.
Das Gesamtbild verstehen
Zusammenfassend deuten die Daten darauf hin, dass der Weg für französischen Wein zunehmend über Schaumwein und eine Premium-Positionierung statt über das reine Volumen führen könnte. Während Stillweine und lose Formate weiterhin an Wert verlieren, erweisen sich Champagner, Crémant und andere Schaumweinkategorien als weitaus widerstandsfähiger – und in Märkten wie Japan und China zunehmend profitabler.
Quelle: VinoVistara