Laut Daten der spanischen Steuerbehörde (AEAT), die von der spanischen interprofessionellen Weinorganisation (OIVE) analysiert wurden, verzeichneten die spanischen Weinexporte im November 2025 einen deutlichen Rückgang.
Der Exportwert erreichte 259,2 Millionen Euro, was einem Rückgang von 7,1 % gegenüber November 2024 entspricht. Die Exportmenge sank jedoch deutlich stärker, nämlich um 11,6 % auf 149,6 Millionen Liter. Absolut gesehen bedeutet dies einen Rückgang von 19,7 Millionen Euro bzw. 19,65 Millionen Litern im Jahresvergleich.
Auswirkungen auf die bisherige Jahresperformance
Die schwache Performance im November hat die spanischen Exportzahlen für das laufende Jahr belastet. Zwischen Januar und November 2025 beliefen sich die spanischen Weinexporte auf insgesamt 2.662,1 Millionen Euro, ein Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Exportmenge erreichte in den gleichen elf Monaten 1.754,2 Millionen Liter, ein Minus von 1,8 % im Jahresvergleich.
Absolut gesehen exportierte der Sektor 81,3 Millionen Euro weniger Wein und lieferte 32,5 Millionen Liter weniger aus als in den ersten elf Monaten des Vorjahres. Diese Zahlen bestätigen eine allmähliche, aber anhaltende Verlangsamung der Exporttätigkeit, insbesondere mengenmäßig.
Unterschiedliche Trends nach Weinkategorie
Eine genauere Betrachtung der Exportleistung nach Kategorien offenbart unterschiedliche Entwicklungen im spanischen Weinsektor. Flaschenweine – darunter Still-, Schaum-, Likör-, Halbsprudel- und Bag-in-Box-Weine – verzeichneten im Zeitraum Januar bis November sowohl wert- als auch mengenmäßig Rückgänge. Dies deutet auf anhaltenden Druck in höherwertigen Segmenten hin, der möglicherweise mit veränderten Konsummustern und verstärktem Wettbewerb auf internationalen Märkten zusammenhängt.
Im Gegensatz dazu stiegen die Exporte von Wein in großen Behältern (über zehn Liter) im gleichen Zeitraum sowohl wertmäßig als auch mengenmäßig. Dieser Trend unterstreicht die anhaltende Nachfrage nach preisgünstigem spanischem Wein, der für Cuvées, Eigenmarken oder lokale Abfüllungen in den Zielmärkten verwendet wird.
Trotz dieser Unterschiede verzeichneten sowohl Flaschen- als auch Fassweine einen Anstieg ihres durchschnittlichen Exportpreises, was auf branchenweite Bemühungen zur Verbesserung der Wertrealisierung angesichts sinkender Versandmengen hindeutet.
Die rollierenden 12-Monats-Zahlen bestätigen den Abwärtstrend.
Die Daten im Jahresvergleich für den Zeitraum von Dezember 2024 bis November 2025 bestätigen den negativen Trend. In diesem rollierenden Zwölfmonatszeitraum erreichten die spanischen Weinexporte 2.896,5 Millionen Euro, ein Rückgang von 2,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Exportmenge belief sich auf 1.902,8 Millionen Liter, ein Minus von 1,6 %.
Absolut betrachtet sanken die Exporte im Vergleich zum Geschäftsjahr, das im November 2024 endete, um 62,7 Millionen Euro bzw. 31,5 Millionen Liter. Laut OIVE spiegeln diese Zahlen eher eine anhaltende Anpassungsphase als kurzfristige Schwankungen wider.
Strukturelle Herausforderungen und strategische Anpassungen
Die OIVE stellt fest, dass die uneinheitliche Entwicklung in den verschiedenen Kategorien auf eine sich verändernde internationale Nachfrage und Anpassungen der Vertriebsstrategien spanischer Weingüter hindeutet. Steigende Durchschnittspreise lassen auf ein strategisches Bestreben nach höherer Wertschöpfung schließen, obwohl die Exportmengen insgesamt zurückgehen.
Spanien zählt zwar weiterhin zu den weltweit führenden Weinexporteuren mit einer starken internationalen Präsenz, doch der jüngste Abschwung verdeutlicht die Notwendigkeit einer genaueren Analyse externer Faktoren. Globale wirtschaftliche Unsicherheit, verstärkter Wettbewerb durch andere Weinbauländer und veränderte Verbraucherpräferenzen dürften sich allesamt auf die Exportleistung auswirken.
Mit Blick auf das Jahr 2026 wird die Herausforderung für spanische Weingüter darin bestehen, die Erholung des Produktionsvolumens mit der Wertschöpfung in Einklang zu bringen und so die Wettbewerbsfähigkeit auf einem globalen Markt zu sichern, der zunehmend preissensibler und selektiver wird.
Quelle: Vinetur