Die Verbraucherstimmung in Russland durchläuft eine bemerkenswerte Veränderung, wobei heimischer Wein seine Position gegenüber importierten Alternativen stetig stärkt.
Laut einer aktuellen Studie des Roskachestvo Zentrums für die Erforschung des Verbraucherverhaltens (TSIPB) bevorzugen inzwischen 40 % der Russen heimischen Wein, verglichen mit 32 %, die ausländische Optionen bevorzugen.
Dies stellt eine deutliche Verschiebung gegenüber 2022 dar, als importierte Weine mit 51 % der Verbraucher, die ausländische Etiketten wählten, gegenüber 49 %, die russische Weine bevorzugten, einen leichten Vorsprung hatten. Die Veränderung spiegelt eine breitere Neuausrichtung des Kaufverhaltens wider, beeinflusst durch wirtschaftliche Bedingungen, sich entwickelndes Verbrauchervertrauen und zunehmende Investitionen in die heimische Produktion.
Noch ausgeprägter ist der Trend im Biersegment. Starke 57 % der Befragten bevorzugen russisches Bier, während nur 16 % zu importierten Marken tendieren. Über Alkohol hinaus erstreckt sich die Präferenz für lokale Produkte auf alle Kategorien: 86 % der Befragten bevorzugen insgesamt heimische Lebensmittel, 72 % wählen russische Softdrinks und etwa die Hälfte entscheidet sich für lokal produzierten Tee und Kaffee.
Marktdaten untermauern diese Verschiebung zusätzlich. Bis Ende 2025 machten russische Weine 63 % des gesamten Weinabsatzes im Land aus – eine Steigerung von 5 % gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere Schaumweine dominieren, wobei heimische Etiketten 74 % des Segments ausmachen. Insgesamt verkauften russische Produzenten im Jahr 2025 etwa 688 Millionen Flaschen Still- und Schaumwein, darunter 272 Millionen Flaschen Schaumwein.
Mehrere Faktoren treiben diese Dynamik an. Importbeschränkungen und geopolitische Dynamiken haben die Verfügbarkeit und Preisgestaltung ausländischer Weine neu geordnet, während lokale Produzenten Qualität, Branding und Vertrieb verbessert haben. Gleichzeitig beeinflusst ein wachsendes nationales Präferenzgefühl für heimische Produkte die Kaufentscheidungen.
Für die globale Weinindustrie signalisiert diese Entwicklung sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Während internationale Produzenten zunehmenden Barrieren auf dem russischen Markt gegenüberstehen könnten, nutzen heimische Weingüter günstige Bedingungen, um ihre Position zu festigen und langfristige Kundenbindung aufzubauen.
Quelle: RBC-Vino