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OIV: Überblick über die globalen Trends der Weinindustrie im Jahr 2023

Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) hat einen umfassenden Überblick über die globale Weinindustrie im Jahr 2023 vorgelegt.

Diese Erkenntnisse, die wichtige Aspekte wie Rebfläche, Weinproduktion, Konsummuster, Import-Export-Dynamik und Handel nach Produktart abdecken, beleuchten die sich wandelnde Landschaft eines der ältesten und beliebtesten Getränke der Welt.

Von Veränderungen der Produktionsmengen bis hin zu Änderungen der Verbraucherpräferenzen liefern diese Statistiken wertvolle Erkenntnisse für Branchenexperten, politische Entscheidungsträger und Weinliebhaber gleichermaßen.

1. Weinbergsfläche

  • Weltweite Oberfläche: 7,2 Millionen Hektar, was einem leichten Rückgang von 0,5 % gegenüber 2022 entspricht.
  • Rückgang in der EU: Die Europäische Union verzeichnete im Jahr 2023 einen Gesamtrückgang der Rebfläche um 0,8 %.
  • Veränderungen auf Länderebene: Spanien und Frankreich, die weltweit größten Weinbaugebiete, verzeichneten Rückgänge von 1,0 % bzw. 0,4 %. Italien setzte seinen positiven Trend fort, während Portugal einen deutlichen Rückgang von 5,8 % hinnehmen musste.
  • Regionale Unterschiede: In China hat sich die Rebfläche in den letzten Jahren stabilisiert, während in der Türkei im letzten Jahrzehnt ein negativer Trend zu verzeichnen war, wodurch fast 20 % der Rebfläche verloren gingen.

2. Weinproduktion

  • Weltweite Produktion: Geschätzt auf 237 Millionen Hektoliter (Mio. hl), was einen deutlichen Rückgang von fast 25 Mio. hl (-9,6 %) gegenüber 2022 bedeutet.
  • EU-Produktion: Geschätzt auf 144,5 Mio. hl, was einem deutlichen Rückgang von 10,6 % gegenüber 2022 entspricht. Frankreich, der weltweit führende Weinproduzent im Jahr 2023, erreichte ein geschätztes Volumen von 48 Mio. hl.
  • Produktion auf der Südhalbkugel: Im Jahr 2023 ging die Produktion zurück und belief sich auf insgesamt 47 Mio. hl, was einem Rückgang von 15,4 % gegenüber 2022 entspricht.
  • Veränderungen auf Länderebene: Italien verzeichnete ein historisch niedriges Produktionsniveau mit einem deutlichen Rückgang von 23,2 %. Auch Spanien erlebte einen Rückgang und erreichte den niedrigsten Produktionsstand seit 1995.

3. Weinkonsum:

  • Weltweiter Verbrauch: Geschätzt auf 221 Mio. hl, was einem Rückgang von 2,6 % gegenüber 2022 entspricht und das niedrigste Volumen seit 1996 darstellt.
  • EU-Verbrauch: Entspricht 48 % des weltweiten Verbrauchs. Frankreich bleibt das größte Verbraucherland mit einem geschätzten Verbrauch von 24,4 Mio. hl im Jahr 2023.
  • Regionale Unterschiede: Während Portugal einen deutlichen Anstieg des Weinkonsums verzeichnete, lag der Konsum in den Niederlanden 9 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

4. Weinimporte:

  • Weltweite Importe: Zu den wichtigsten Importmärkten zählen Deutschland, Großbritannien und die USA, die zusammen fast 40 % des weltweiten Importvolumens von Wein ausmachen.
  • EU-Importe: Frankreich und die Niederlande zeigten im Jahr 2023 gegenläufige Trends, wobei Frankreich 6,0 Mio. hl und die Niederlande 4,4 Mio. hl importierten.
  • Asiatische Märkte: Chinas Weinimporte sanken das sechste Jahr in Folge auf 2,5 Mio. hl, während Japan 2,3 Mio. hl importierte.

5. Weinexporte:

  • Weltweite Exporte: Die größten Verursacher des Rückgangs des Welthandelsvolumens waren Chile, Südafrika, Frankreich, die USA, Neuseeland und Argentinien.
  • EU-Exporte: Italien, Spanien und Frankreich exportierten 54,9 Mio. hl Wein, was 56 % der weltweiten Weinexporte nach Volumen ausmachte.
  • Regionale Unterschiede: Der australische Weinhandel verzeichnete im Jahr 2023 einen Abschwung, wobei das Volumen auf 6,2 Mio. hl und der Wert auf 1,2 Mrd. EUR zurückging.

6. Handel nach Produkttyp:

  • Flaschenwein : Er macht 2023 weltweit 53 % des Handelsvolumens und 67 % des gesamten weltweiten Weinexportwerts aus. Schaumwein verzeichnete einen unerwarteten Rückgang des Handelsvolumens um 4 %.
  • Schaumwein : Macht 11 % des gesamten Exportvolumens und 25 % des Exportwerts aus. Bag-in-Box®-Wein (BiB) macht 4 % des Volumens und 2 % des Wertes der weltweiten Gesamtexporte aus.
  • Fasswein : Macht 33 % des gesamten weltweiten Weinexportvolumens aus, aber nur 7 % des Gesamtwerts der Weinexporte im Jahr 2023. Die Kategorie verzeichnete einen durchschnittlichen Exportpreis von 0,7 EUR/l.

Insgesamt verdeutlichen diese Trends die komplexe Dynamik, die die globale Weinindustrie im Jahr 2023 prägen wird, darunter Veränderungen in Produktion, Konsum, Handelsmustern und Wettbewerbsfähigkeit. Das Verständnis dieser Trends ist für alle Beteiligten unerlässlich, um sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und Wachstums- und Innovationschancen zu nutzen.

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