Im ersten Monat des Jahres 2026 verzeichnete der moldauische Weinsektor eine uneinheitliche Entwicklung auf den internationalen Märkten.
Laut ONVV-Daten, die von SIA ASYCUDA extrahiert wurden, erreichten die Gesamtexporte von Weinbauprodukten (lose und abgefüllt zusammen) 8.455.863 Liter , was einem Rückgang des Volumens um 30 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2025 entspricht.
Der Rückgang des physischen Volumens spiegelte sich jedoch nicht proportional im Wert wider. Die Exporterlöse beliefen sich auf 14.308.595 USD , was lediglich einem Rückgang von 6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Diese Diskrepanz zwischen Mengenrückgang und moderatem Wertverlust deutet auf einen wichtigen Strukturwandel hin: Moldau exportiert weniger Wein – aber zu besseren Durchschnittspreisen.
Geografische Reichweite und Marktkonzentration
Zwischen Januar und Juni 2026 wurde moldauischer Wein in 35 Länder weltweit exportiert. Dennoch bleibt die Exportlandschaft stark konzentriert:
- Die zehn wichtigsten Märkte machen 89 % des gesamten Exportwerts aus.
- Und 90 % des gesamten Exportvolumens
Diese Konzentration unterstreicht sowohl die Stärke der wichtigsten Märkte Moldaus als auch die Anfälligkeit, die mit einer begrenzten Diversifizierung einhergeht.
Stillweine: Druck auf das Absatzvolumen, steigende Preise
Stillweine bilden nach wie vor das Rückgrat der moldauischen Weinexporte.
- Gesamtwert: 8,6 Millionen USD (-15 %)
- Gesamtvolumen: 6,7 Millionen Liter (-35 %)
Stille Weine in Flaschen
- 4,4 Millionen USD (-7 %)
- 1,5 Millionen Liter (-20 %)
- Durchschnittspreis: 2,11 USD pro Flasche (+16 %)
Stillweine in großen Mengen
- 4,2 Millionen USD (-22 %)
- 5,1 Millionen Liter (-38 %)
- Durchschnittspreis: 0,82 USD pro Liter (+26 %)
Die Daten zeigen deutlich, dass die Exportmengen von Massenweinen zwar stark zurückgingen, die Preise sich aber deutlich verbesserten. Auch bei Flaschenweinen stieg der durchschnittliche Flaschenpreis signifikant an, was auf eine bessere Positionierung oder inflationsbereinigte Anpassungen hindeutet.
Schaumweine: Flaschensegment unter Druck
Schaumweine, die in diesem Zeitraum ausschließlich in Flaschen exportiert wurden, generierten Folgendes:
- 0,271 Mio. USD (-4 %)
- 0,059 Millionen Liter (-36 %)
- Durchschnittspreis: 3,42 USD pro Flasche (+51 %)
Obwohl das Volumen deutlich zurückging, deutet der starke Anstieg des Durchschnittspreises auf eine Premiumisierung oder eine verbesserte Exportpreisstrategie hin.
Likörweine: Der unerwartete Gewinner
Die Likörweine lieferten eine der beeindruckendsten Leistungen ab:
- Gesamtwert: 0,831 Mio. USD (+67 %)
- Gesamtvolumen: 0,371 Millionen Liter (+26 %)
Der Absatz von abgefüllten Likörweinen verdoppelte sich wertmäßig und mengenmäßig (+108 %), während der Absatz von Likörweinen in großen Mengen zurückging. Dies deutet auf eine starke Nachfrage nach hochwertigen Fertigprodukten hin.
Divin (Brandy): Solider Wachstumstreiber
Divin (moldauischer Brandy) erwies sich als wichtiger Wachstumsmotor:
- Gesamtwert: 4,6 Millionen USD (+32 %)
- Gesamtvolumen: 1,3 Millionen Liter (+28 %)
Sowohl das Segment der abgefüllten Produkte als auch das Segment der unverpackten Ware trugen zum Wachstum bei und bestätigten damit die anhaltende internationale Nachfrage.
Abschluss
Das erste Halbjahr 2026 bestätigt einen strategischen Wandel für die moldauische Weinindustrie:
- Geringere Exportmengen
- Höhere Durchschnittspreise
- Stärkere Performance im Flaschen- und Premiumsegment
- Zunehmende Bedeutung von Divin und Likörweinen
Die Zahlen deuten nicht auf eine Krise hin, sondern auf eine Neuausrichtung hin zu Wert statt Menge – eine notwendige Verschiebung auf dem heutigen globalen Weinmarkt.
Quelle: Wein aus Moldawien