In den letzten Jahren hat sich die Mäßigung beim Alkoholkonsum zu einem viel diskutierten Thema entwickelt.
Während einige es als vorübergehenden Trend betrachten, warnen andere, dass es eine ernsthafte Herausforderung für das langfristige Wachstum der Branche darstellen könnte. Doch was sagen uns die Daten?
Globale Trends beim Alkoholkonsum
Laut Marktdaten von IWSR ging der weltweite Konsum von alkoholfreien Getränken im Jahr 2023 zurück. Zwar verzeichneten Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko und Indien ein Wachstum, doch wurden diese Zuwächse durch deutliche Mengenrückgänge in wichtigen Industrieländern wie China, den USA und Europa überschattet. Prognosen deuten darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. So prognostiziert IWSR, dass der US-amerikanische Alkoholmarkt im Jahr 2028 im Vergleich zu 2019 um rund 9 % kleiner sein könnte, was einen bedeutenden Wandel im Konsumverhalten verdeutlicht.
Verändertes Konsumverhalten
Verbraucher reduzieren ihren Alkoholkonsum zunehmend. Ob durch die Teilnahme am „Dry January“, das Befolgen von Empfehlungen der Gesundheitsbehörden, die Wahl alkoholfreier Getränke oder die Auswahl geselliger Aktivitäten ohne Alkohol – Mäßigung wird immer üblicher. Daten der aktuellen Bevtrac-Umfrage von IWSR, für die Alkoholkonsumenten in 15 wichtigen Märkten befragt wurden, zeigen, dass 48 % in den letzten sechs Monaten ihren Alkoholkonsum bewusst reduziert haben. Bei Konsumenten von alkoholfreien und alkoholarmen Produkten steigt dieser Wert sogar auf 68 %, was einen deutlichen Wandel der Verbraucherpräferenzen verdeutlicht.
Branchenanpassung: Vom Volumen zum Wert
In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Getränkeindustrie Phasen rückläufiger Absatzmengen erfolgreich bewältigt, indem sie ihren Fokus verlagert hat. Anstatt ausschließlich mit Produkten in großen Mengen, zu niedrigen Kosten und mit geringen Gewinnmargen zu konkurrieren, haben führende Marken eine Premiumstrategie verfolgt. Dieser neue Ansatz setzt auf geringere Mengen höherpreisiger, qualitativ hochwertigerer Produkte, die bessere Gewinnmargen erzielen. Zusammen mit hohen Marketinginvestitionen hat diese Strategie es den Unternehmen ermöglicht, ihre Gewinne zu steigern und die Gewinnmargen entlang der gesamten Lieferkette zu erweitern.
Das erfolgreiche Konzept basiert auf Folgendem:
- Nutzung der Kernressourcen: Marken investieren weiterhin in ihre wertvollsten Produkte.
- Die Bedürfnisse der Verbraucher verstehen: Umfangreiche Forschungen zum sich verändernden Verbraucherverhalten ermöglichen es Marken, ihr Produktangebot anzupassen.
- Verbesserte Distribution und Vermarktung: Es war von entscheidender Bedeutung sicherzustellen, dass die Produkte flächendeckend verfügbar sind und bei den Verbrauchern präsent sind.
Zukunftsaussichten: Verschärfter Wettbewerb und strategischer Fokus
Mit Blick auf den Rest der 2020er-Jahre dürfte sich der Trend zu moderatem Alkoholkonsum fortsetzen. Gründe hierfür sind unter anderem veränderte Lebensstile, gesundheitliche Bedenken, der steigende Lebenshaltungskostendruck und eine größere Auswahl an Getränkealternativen. Für die Getränkeindustrie wird der Wettbewerb voraussichtlich härter werden.
- In gesättigten Märkten: Weniger Anlässe für Alkoholkonsum bedeuten, dass jede Verkaufschance wettbewerbsintensiver wird.
- In den Entwicklungsländern: Obwohl weiterhin Wachstum zu verzeichnen ist, wird sich der Wettbewerb mit der Weiterentwicklung der Verbraucherpräferenzen verschärfen.
Für Marken wird ein entscheidender Wettbewerbsvorteil darin bestehen, die Kaufentscheidungen ihrer Konsumenten zu verstehen – also die genauen Zeitpunkte, zu denen sie sich für oder gegen Alkohol entscheiden. Durch die Nutzung der Erkenntnisse aus den Bevtrac-Konsumentendaten von IWSR können Unternehmen die Marktdynamik, Substitutionsmuster und das sich wandelnde Konsumverhalten besser erfassen und so ihre Strategien optimieren, um auch bei geringeren Absatzmengen mehr Wert zu generieren.
Abschluss
Mäßiger Alkoholkonsum stellt sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Angesichts globaler Daten, die einen klaren Trend zu sinkenden Gesamtmengen, insbesondere in großen Industrieländern, erkennen lassen, ist der Fokus der Branche auf Premiumisierung und strategisches Marketing wichtiger denn je. In diesem sich stetig wandelnden Umfeld werden diejenigen Unternehmen die besten Erfolgsaussichten haben, die ihre Strategien geschickt an die differenzierten Bedürfnisse moderner Konsumenten anpassen können.
Quelle: IWSR