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Italiens Bio-Boom lässt Wein außen vor, während Supermarktumsätze Rekordwerte erreichen

Italiens Appetit auf Bio-Lebensmittel wächst weiter: Der Umsatz von Bio-Produkten in Supermärkten erreicht im Jahr 2025 einen Rekordwert von 4,44 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 9,2 % gegenüber 2024 entspricht.

Laut dem neuesten Ismea-Bericht „Organic: Household Food Purchases“ legen Verbraucher in verschiedenen Lebensmittelkategorien zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit, Qualität und gesündere Einkaufsgewohnheiten. Doch trotz des allgemeinen Aufwärtstrends konnten Bio-Wein und Bio-Schaumwein nicht mithalten.

Der Bericht zeigt, dass die Verkäufe von Bio-Wein und Bio-Schaumwein im Jahr 2025 wertmäßig um 0,1 % und mengenmäßig um 1,9 % zurückgingen, was diese Kategorie zu einem der schwächsten Akteure im Bio-Segment macht. Bio-Weine machen derzeit nur 1,8 % des gesamten Agrar- und Lebensmittelumsatzes und 1,3 % des Wertes des italienischen Bio-Warenkorbs aus. Dies steht in scharfem Kontrast zu dem starken Wachstum, das bei Milchprodukten, Obst, Gemüse, Eiern und anderen Bio-Lebensmittelkategorien zu verzeichnen war.

Bio-Milch und Milchprodukte verzeichneten mit einem Ausgabenanstieg von 17,7 % eine der stärksten Leistungen, während Eier um 14,9 %, Obst um 9,3 % und Gemüse ebenfalls ein gesundes Wachstum aufwiesen. Analysten gehen davon aus, dass die Verbraucher zunehmend bereit sind, für Produkte zu bezahlen, die als gesünder, frischer und nachhaltiger wahrgenommen werden. Der Anstieg der Nachfrage wird nicht mehr nur durch Inflation oder Preiserhöhungen angetrieben, sondern durch eine breitere Verschiebung der Verbraucherpräferenzen hin zu einem ökologischen Lebensstil.

Gleichzeitig kämpften traditionelle Proteinkategorien. Bio-Wurstwaren fielen im Wert um 15,6 %, während Bio-Fleisch um 10,9 % zurückging. Höhere Einzelhandelspreise, darunter ein Anstieg von 28,1 % für Rindfleisch und 11,2 % für Rohschinken, wirkten sich negativ auf die Nachfrage aus und beschleunigten Änderungen der Einkaufsgewohnheiten. Pflanzenöle und -fette verzeichneten nach einem besonders starken Jahr 2024 ebenfalls geringere Umsätze.

Die Daten zeigen auch erhebliche Unterschiede zwischen dem Bio-Sektor und dem breiteren italienischen Agrar- und Lebensmittelmarkt. Die Bio-Ausgaben übertrafen in mehreren Bereichen, insbesondere bei Milchprodukten, Obst und Gemüse, die konventionellen Lebensmittelkategorien. Wein und Schaumwein bildeten jedoch eine Ausnahme. Während der gesamte Weinmarkt für Agrar- und Lebensmittelprodukte um 1,6 % wuchs, blieben die Umsätze mit Bio-Wein leicht negativ, was darauf hindeutet, dass Verbraucher beim Weinkauf möglicherweise immer noch zögern, die Bio-Zertifizierung zu bevorzugen.

Obst und Gemüse dominieren weiterhin den italienischen Bio-Warenkorb und machen im Jahr 2025 42,7 % des gesamten Bio-Lebensmittelumsatzes aus. Kartoffeln und Hülsenfrüchte verzeichneten ein besonders starkes Wachstum, unterstützt durch stabile oder leicht niedrigere Preise. Zitrusfrüchte entwickelten sich ebenfalls gut, was dazu beitrug, dass Obst insgesamt seine Position als eine der größten Bio-Kategorien behaupten konnte.

Supermärkte bleiben der führende Vertriebskanal für Bio-Produkte, erwirtschaften einen Umsatz von fast 1,65 Milliarden Euro und verzeichnen einen Anstieg von 11,7 % gegenüber dem Vorjahr. Auch der traditionelle Einzelhandel erlebte nach Jahren des Rückgangs eine bemerkenswerte Erholung, was eine Diversifizierung des Verbraucherverhaltens widerspiegelt. Italienische Käufer achten zunehmend auf Qualität, Bequemlichkeit und Preis, indem sie mehrere Einzelhandelskanäle nutzen, anstatt sich ausschließlich auf große Supermarktketten zu verlassen.

Discounter wuchsen weiter, wenn auch langsamer als 2024, während Hypermärkte eine stetige Expansion mit Bio-Umsätzen von 879 Millionen Euro beibehielten. Der allgemeine Markttrend zeigt, dass Italiens „grünes Herz“ in den alltäglichen Kaufentscheidungen immer sichtbarer wird, auch wenn bestimmte Sektoren wie Bio-Wein weiterhin Schwierigkeiten haben, eine breitere Verbrauchernachfrage zu gewinnen.

Quelle: VinoVistara

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