Während die gesamte Weinbranche weiterhin mit wirtschaftlichen Belastungen und geopolitischer Unsicherheit zu kämpfen hat, zeigen sich auf dem Sekundärmarkt für Sammlerweine erste Anzeichen einer erneuten Dynamik.
Die ersten Monate des Jahres 2026 bestätigen eine subtile, aber stetige Erholung bei den wichtigsten von Liv-ex erfassten Indizes.
Der Leitindex Liv-ex 100 verzeichnete seit Jahresbeginn einen Anstieg von 0,6 %. Dieses zwar moderate, aber dennoch positive Wachstum setzt die erstmals Ende 2025 beobachteten Signale fort.
Die Stärke italienischer Ikonen
Der Italy 100 Index legte um 0,7 % zu und übertraf damit den Gesamtindex. Lediglich Champagne verzeichnete ein noch höheres relatives Wachstum. Die Zusammensetzung des Index unterstreicht die Konzentration des Wertes auf Italiens renommierteste Weingüter und Jahrgänge.
Zu den herausragenden Leistungen zählten:
- Barolo Monfortino Riserva : +21%
- Barolo Falletto Vigna Le Rocche Riserva : +14,3%
- Sangiovese IGT Toscana : +12%
- Masseto : +7,8 %
- Solaia : +6,3 %
Der Index umfasst außerdem mehrere Jahrgänge von Sassicaia, Tignanello, Ornellaia und Barbaresco aus Gaja sowie historische Barolo-Abfüllungen von Bartolo Mascarello und Bruno Giacosa – was die Dominanz des Piemont und der Toskana im Bereich der Investitionen in hochwertige Weine unterstreicht.
Globaler Kontext: Champagner glänzt
Außerhalb Italiens verzeichnete die Champagne mit einem Plus von 1,4 % die stärkste regionale Indexentwicklung, gefolgt von Bordeaux und Burgund mit geringeren Zuwächsen. Lediglich der Rhône-100-Index verzeichnete einen leichten Rückgang (-0,2 %).
Dieses Muster deutet eher auf selektive Käufe als auf spekulative Begeisterung hin. Investoren scheinen sich auf global anerkannte, liquide Marken mit nachweislicher Erfolgsbilanz zu konzentrieren.
Stimmungsverbesserung – vorsichtig
Laut Liv-ex-Marktforschung hat die Nachfrage in Europa zugenommen, und die Stimmung in Asien hat sich verbessert. Gleichzeitig bleibt die Kaufaktivität in Großbritannien und den USA verhalten, aber stabil.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Erholung nur ein begrenztes Segment von Ultra-Premium-Weinen betrifft. Der breitere Weinmarkt sieht sich weiterhin mit Gegenwind durch rückläufigen Konsum, gesundheitsbedingte Trends zu einem gemäßigteren Weinkonsum und makroökonomische Instabilität konfrontiert.
Dennoch könnte selbst ein geringfügiges Wachstum der Indizes für edle Weine in einem von Unsicherheit geprägten Jahr ein Zeichen dafür sein, dass das Vertrauen der Sammler langsam zurückkehrt – nicht mit Euphorie, sondern mit besonnener Disziplin.
Quelle: VinoVistara