Deutscher Qualitätswein setzt jahrzehntelangen Trend zu trockeneren Stilen fort.
Laut dem Deutschen Weininstitut (DWI), das am Mittwoch, den 15. Juli, seine neuesten Zahlen veröffentlichte, wurden im Jahr 2025 53 % aller in Deutschland produzierten Qualitäts- und Prädikatsweine als trocken vermarktet – ein Anstieg um einen Prozentpunkt gegenüber 2024.
Eine langjährige Verschiebung
Dies ist keine plötzliche Wende; es ist die Fortsetzung eines Trends, der sich seit weit über einem Jahrzehnt abzeichnet. Im Jahr 2020 machten trockene Weine 48 % dieser Kategorie aus und im Jahr 2010 nur 40 %. Innerhalb von fünfzehn Jahren haben trockene Weine ihren Marktanteil um etwa 13 Prozentpunkte erhöht – eine stetige, strukturelle Verschiebung und keine kurzfristige Modeerscheinung.
Das gleiche Muster zeigt sich im deutschen Sekt-Sektor. Zusammengenommen erreichten die Kategorien Brut, Extra Brut und Brut Nature im Jahr 2025 54 % der kontrollierten Sektproduktion, gegenüber 50 % im Jahr 2020.
Was an Boden verliert
Die Zuwächse bei trockenem Wein gehen größtenteils zulasten süßerer Stile, wenn auch nicht einheitlich. Halbtrockene Weine konnten ihren Marktanteil halten und blieben bei 19 % des Marktes stabil, unverändert gegenüber 2024. Süße und liebliche Weine verloren jedoch einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr – das Segment, das am direktesten Anteile an das anhaltende Wachstum der trockenen Kategorie abgibt.
Weiß dominiert weiterhin, aber die Farbbalance verschiebt sich ebenfalls
Neben der Verschiebung von trocken zu süß entwickelt sich auch die farbliche Zusammensetzung des Marktes weiter. Weißweine machten 2025 70 % des deutschen Qualitätsweinmarktes aus. Rosé machte 13 % aus, und Rotweine 17 %. Die Zahlen des DWI deuten darauf hin, dass, auch wenn Rot- und Roséweine bescheidene Nischen erobern, Weißwein fest das Rückgrat der deutschen Qualitätsweinproduktion bleibt – und zunehmend ist dieser Weißwein trocken.
Volumenrückgang, größtenteils aufgrund einer kurzen Ernte 2024
Mengenmäßig passierten im Jahr 2025 rund 6,2 Millionen Hektoliter Wein die amtliche Qualitätsweinprüfung (das Zertifizierungsverfahren für den Status als Qualitätswein und Prädikatswein) – ein Rückgang um 7 % gegenüber dem Vorjahr. Das DWI führt einen Großteil dieses Rückgangs auf die vergleichsweise kurze Ernte 2024 zurück, die weniger Früchte für die Zertifizierung hervorbrachte. Weine, die diese amtliche Qualitätsprüfung bestehen, repräsentieren typischerweise etwa 95 % der gesamten deutschen Weinproduktion und sind somit ein zuverlässiger Indikator für die Gesamtproduktion und die Stiltrends der Branche.
Warum es für den Handel wichtig ist
Die anhaltende Verlagerung hin zu trockeneren Stilen hat weitreichende Auswirkungen über den Keller hinaus. Für den Einzelhandel und die Gastronomie prägt ein wachsender Markt für trockene Weine, welche Stile Regalflächen und Weinkartenplatzierungen erhalten, wie der Lagerbestand über das Jahr verwaltet wird und wie Einkäufer ihre Beschaffung planen, um den sich entwickelnden deutschen Verbraucherpräferenzen gerecht zu werden. Da trockener Wein seine Position als klarer Mehrheitsstil festigt – und trockener Sekt eine ähnliche Entwicklung nimmt – scheint der deutsche Weinhandel darauf eingestellt zu sein, sein Angebot entsprechend anzupassen.
Quelle: Vinetur, Deutsches Weininstitut (DWI)