Die IWSR Bevtrac- Studie vom September 2025 bietet zudem einen detaillierten Einblick in das Trinkverhalten der Millennials und offenbart differenzierte Muster in den Trinkgewohnheiten verschiedener Länder.
Im Gegensatz zur Generation Z mäßigen Millennials zunehmend ihren Alkoholkonsum und passen Häufigkeit, Vielfalt und Kontext ihres Trinkens an finanzielle, soziale und lebensstilbedingte Überlegungen an.
In den USA konsumieren Millennials weiterhin viel Alkohol, sowohl was die Häufigkeit als auch die Gesamtbeteiligung betrifft. Die Vielfalt der konsumierten Getränke nimmt jedoch ab. Zwischen September 2024 und September 2025 sank die durchschnittliche Anzahl der Getränkekategorien pro Trinkgelegenheit von 2,1 auf 1,7. Zudem besuchten nur noch 36 % der Millennials beim letzten Alkoholkonsum eine Bar oder ein Restaurant, verglichen mit 41 % im Vorjahr. Diese Veränderungen deuten auf einen bewussteren und selektiveren Konsum hin, bei dem sich die Konsumenten auf weniger Getränkearten konzentrieren und möglicherweise eher zu Hause oder in kleineren Gruppen zusammenkommen.
In Australien zeigen Millennials zwar Verbesserungen in Finanzkompetenz und -planung, doch dies schlägt sich nicht in höheren Ausgaben für alkoholische Getränke nieder. Die Vielfalt der konsumierten Getränke ist geringer als vor einem Jahr, während die Einstellung zu maßvollem Konsum unverändert bleibt. Diese Entwicklung deutet auf eine Präferenz für bewussten Konsum gegenüber übermäßigem Genuss hin und spiegelt den Einfluss allgemeinerer Lebensstilprioritäten wider.
In Brasilien machen sich die wirtschaftlichen Sorgen derweil deutlich bemerkbar. Millennials berichten von sinkendem Vertrauen in ihre Finanzen, was sich direkt auf den Alkoholkonsum auswirkt, insbesondere auf den von Spirituosen und Schaumweinen. Der Spirituosenkonsum sank von 78 % auf 72 %, der von Schaumwein von 21 % auf 16 %. Diese Veränderungen zeigen, wie externer wirtschaftlicher Druck das Trinkverhalten beeinflusst und zu einer bewussteren Auswahl von Getränken führt.
In Frankreich bleibt die Beteiligung der Millennials an der Weinkultur stabil, doch zeichnet sich ein deutlicher Trend hin zu Stillweinen ab. Rund 72 % gaben an, in den letzten sechs Monaten Stillwein konsumiert zu haben, verglichen mit 64 % im Vorjahr. Gleichzeitig ging der Konsum von trinkfertigen Getränken, Tequila/Mezcal und Brandy zurück. Dieser Trend unterstreicht die wachsende Vorliebe für klassische, qualitätsorientierte Produkte gegenüber Neuheiten oder Convenience-Produkten.
Auch die vorübergehende Abstinenz ist ein interessanter Aspekt. Zwar halten Millennials weiterhin an alkoholfreien Tagen fest, doch der Gesamttrend zeigt einen leichten Rückgang der Anzahl dieser Tage. Der Fokus scheint eher auf Mäßigung als auf längeren Abstinenzphasen zu liegen, was mit einem breiteren, gesundheitsbewussten Lebensstil übereinstimmt.
Insgesamt zeigt der Bericht, dass Millennials ihren Alkoholkonsum an soziale, wirtschaftliche und lebensstilbedingte Veränderungen anpassen . Der Fokus liegt auf Mäßigung, weniger Getränkesorten pro Anlass, bewusster Auswahl und achtsamem Trinken. Dies spiegelt einen bewussten Umgang wider, der Genuss mit gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Aspekten in Einklang bringt. Für Hersteller und Einzelhändler ist es entscheidend, diese Trends zu verstehen, um den sich wandelnden Vorlieben dieser einflussreichen Konsumentengruppe gerecht zu werden.
Quelle: VinoVistara