old lady looking at the drone outdoor in the vineyard

Champagner setzt auf künstliche Intelligenz, um Flaveszenz Dorée zu bekämpfen

Die Champagne-Weinregion hat einen wichtigen Schritt nach vorn im Bereich des Weinbergsmanagements gemacht, indem sie einen Durchbruch bei der Erkennung von Flaveescence dorée mithilfe künstlicher Intelligenz bekannt gab.

Die Entwicklung wurde am 29. Januar im Rahmen einer von InterLoire in Saumur organisierten Konferenz über künstliche Intelligenz im Weinbau vorgestellt und unterstreicht die wachsende Bedeutung fortschrittlicher Technologien für den Schutz der Weinberge.

Die Goldverfärbung (Flavescence dorée) zählt zu den schwerwiegendsten Krankheiten der Weinrebe und ihre Bekämpfung hat in der Champagne höchste Priorität. Die Krankheit breitet sich rasant aus, gefährdet die Langlebigkeit der Reben und erfordert eine frühzeitige und präzise Erkennung, um großflächige Schäden zu verhindern. Bislang beruhte die Überwachung fast ausschließlich auf manueller Inspektion – einer Methode, die sowohl arbeitsintensiv als auch unvollkommen ist.

Im Rahmen der jüngsten Erhebungskampagne wurden 22.350 Hektar Weinberge in der Champagne inspiziert. An dieser Aktion beteiligten sich 480 Winzer und 80 ehrenamtliche Experten, die insgesamt 264 halbe Tage Feldarbeit leisteten. Vorausgegangen waren 27.000 Einladungen an die Erzeuger. Trotz dieses umfangreichen Vorhabens war es nicht möglich, die gesamte 35.000 Hektar große Appellation zu erfassen.

Laut Mathieu Liébart, Projektleiter beim Champagner-Komitee, sind die Grenzen der manuellen Inspektion erheblich. Die Genauigkeit der Erkennung liegt im Durchschnitt bei etwa 50 %, was bedeutet, dass infizierte Reben übersehen und gesunde fälschlicherweise als infiziert markiert werden können. Diese Unsicherheit erhöht sowohl das Hygienerisiko als auch die Betriebskosten.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeitet das Champagner-Komitee seit fünf Jahren mit künstlicher Intelligenz. Die jüngsten Laborergebnisse sind vielversprechend: Die Erkennungsraten liegen bei über 80 % und erreichen in einigen Fällen sogar bis zu 94 %, insbesondere bei im Juli geernteten Chardonnay-Blättern. Diese Ergebnisse wurden durch das Training von KI-Modellen mit umfangreichen Bilddatensätzen erzielt, die sowohl gesunde Blätter als auch Blätter mit Goldflecken sowie anderen Krankheiten, die zu visuellen Verwechslungen führen können, umfassen.

Bislang beschränken sich diese Anwendungen auf Laborbedingungen. Der direkte Einsatz der Technologie in Weinbergen – etwa durch Kameras an Traktoren oder Drohnen – würde die Verarbeitung riesiger Datenmengen in Echtzeit erfordern, eine technische Herausforderung, die noch nicht bewältigt ist. Die Forschung wird jedoch fortgesetzt, und das Champagner-Komitee ist weiterhin zuversichtlich, dass ein Feldeinsatz letztendlich realisierbar sein wird.

Dieser Durchbruch signalisiert einen Wandel hin zu einer präziseren, datengestützten Weinbergsüberwachung und bietet Champagnerproduzenten ein wirkungsvolles neues Instrument im Kampf gegen eine der hartnäckigsten Bedrohungen des Weinbaus.

Quelle: Vinetur

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